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GESCHICHTE

Die heutige Woiwodschaft Lubuskie besteht aus Gebieten, die verschiedenen geographischen und historischen Regionen zugehört haben. Es sind: Schlesien, Brandenburg (Mark Brandenburg), Großpolen, Niederlausitz, Grenzmark. Die Namensgebung „Lebuser Land“ erschien zum ersten Mal im Jahre 1945. Ursprünglich wurden mit diesem Namen die im Norden der heutigen Woiwodschaft und an der mittleren Oder gelegenen Gebiete, mit der schlesischen Stadt Zielona Góra (deutsch: Grünberg), bezeichnet. Die neue Bezeichnung dieser Gebiete hatte zum Ziel, einen gemeinsamen Nenner u.a. für die neue Verwaltung zu finden.
Nach Jahren wurden umgangsprachlich „Lebuser Land” alle Gebiete bezeichnet, die früher der Woiwodschaft Zielona Góra und der heutigen Woiwodschaft Lubuskie zugehörten. Die Spezifik der Grenzgebiete verursachte häufige Änderungen der Staatszugehörigkeit der beschriebenen Region. Der Name „Lebuser Land“ kommt von dem am linken Oderufer, nicht weit der Mündung der Warthe in die Oder, gelegenen Ort Lebus. Lebus war die Hauptburg des Stammes, der in den deutschen Quellen als lateinische „Leubuzzi“ bezeichnet worden ist. Die Sitze der Leubuzzi erstreckten sich beiderseits der Oder, aber der Mittelpunkt, der Kern des Stammes befand sich am linken Oderufer.. Im Osten grenzten die Leubuzzi mit dem Stamm der Polanen.
Um das Jahr 967 wurde auch Lebuser Land Bestandteil eines neuen Staates – Polens. Nich weit von der schlesischen Stadt Szprotawa (Sprottau) kam es zu einem Treffen des polnischen Herzogs Bolesław I. des Tapferen mit dem Kaiser Otto III. vor Gnesener Übereinkunft. Nach dem Tode Boleslaw des I. spielte Lebuser Land  keine wichtige Rolle und wurde zu einer Grenzstation. Erst zur Zeit Bolesław III. des Schiefmunds und seiner Expansion nördlich und westlich der Oder, erlebte Lebuser Land seine Blütezeit. Der Tod dieses Herrschers war zugleich das Ende davon.
Zur Zeit der polnischen Teilfürstentümern war Lebuser Land ein zentraler Punkt, der drei Regionen (Westpommern, Großpolen und Schlesien) verbunden hat. Diese Regionen waren für die Erhaltung der früheren  Grenzen des Piastenstaates verantwortlich und Lebuser Land war für sie eine Vervollständigung des Wehrsystems an den westlichen Grenzen. Westlich der Oder wuchs im 12. und 13. Jh. Mark Brandenburg. Lebuser Land befand sich damals unter der Herrschaft der schlesichen Herzögen. Jedoch der Tod des breslauer Herzogs Heinrich II. des Frommen auf dem Schlachtfeld bei Liegnitz während der Invasion der Mongolen im Jahre 1241erschütterte die Macht der Schlesischen Provinz, die ein Bindemittel des wiederbelebten polnischen Königreiches hätte sein sollen.

Die daraus entstandene politische Schwäche verursachte, dass Lebuser Land im Jahre 1249 kraft der Entscheidung des schlesischen Herzogs Boleslaw des II. unter die Herrschaft von Brandenburg überging.
Die Beherrschung Lebuser Landes durch die Markgrafen von Brandenburg verursachte Grenzverrückungen im Osten und Nordosten. In den Jahren 1250-1300 wurde die sich entlang des nördlichen Warthe- und Netzeufers ausdehnende Neue Mark um das Sternberger Land (ziemia torzymska) verbreitet. Das richtige, am westlichen Oderufer  gelegene Lebuser Land wurde an Mittelmark angeschlossen. Politisch bildeten alle diesen Gebiete eine Einheit, die von brandenburgischen Markgrafen – zuerst der Askaniern, dann der Hohenzollern - reibungslos regiert wurden. Der letzte Askanier Markgraf Waldemar erweiterte im Jahre 1319 seine Herrschaft auf Bentschen (poln. Zbąszyń), Meseritz (Międzyrzecz), Crossen a. Oder (Krosno Odrzańskie), Liebenau (Lubrza), Schwiebus (Świebodzin), Züllichau (Sulechów).
Wladyslaw I. Ellenlang
besetzte nach dem Tod Waldemars Meseritz, Bentschen und Bomst und schloss diese Städte an Großpolen an. In den Jahren 1365-68 schloss der polnische König Kasimir der Große den Kreis Fraustadt (Wschowa) an Großpolen an, an das er auch früher Zantoch (Santok) und Driesen (Drezdenko) anschloss. Am Ende des 14. Jhs. wurde die brandenburgische Expansion auf die Gebiete östlich der Oder stärker.  Sie führte dazu, dass die Kreise Crossen und Züllichau im Jahre 1538 unter die Herrschaft von Brandenburg  der Hohenzollern übergingen.


Der Dreißigjährige Krieg (1618-1648) brachte die Städte der heutigen Woiwodschaft Lubuskie in den Ruin. Die Städte und Dörfer waren entvölkert und verheert. Eine Rettung waren Lieferungen von Lebensmitteln aus Herzogtum Preußen von Friedrich Wilhelm, den Großen Kürfürsten.
Ein Ereignis das eine schnelle Etnwicklung dieser Gebiete verursachte, war die Übernahme Schlesiens von Habsburgern durch Friedrich II. den Großen, als Folge der Schlesischen Kriege im Jahre 1741. Nach der zweiten  Teilung Polens in 1793 besetzte Preußen die Grenzgebiete von Fraustadt über Unruhstadt (poln. Kargowa; Widerstand der polnischen Trupps, befehligt vom Hauptmann Więckowski), Bomst, Meseritz bis nach Schwerin a.Warthe (Skwierzyna).


Die wirtschaftliche Entwicklung wurde durch Entwicklung des Eisenbahnverkehrs gehemmt. Die beschriebenen Gebiete verloren zum größten Teil an Bedeutung als ein Punkt des Handelaustauschs zwischen Ost und West und spielten nur als eine preußische Provinz eine Rolle. Auch nach 1918, als der Schwerpunkt der Wirtschaft nach Schlesien verschoben wurde, gewonnen sie nicht an Bedeutung.
Der Zweite Weltkrieg änderte die Staatszugehörigkeit dieser Gebiete. Zerstörungen, die mit den Kämpfen u.a. um Guben, Küstrin (Kostrzyn) verbunden waren, waren durch Verheerung und Plünderung durch die sowjetische Armee verstärkt, die diese Gebiete wie Kriegsbeute behandelte. Das forderte zum großen Teil neue Einwohner der Gebiete an der Oder, Warthe und Bober heraus. Neue Siedler aus Zentralpolen und Repatriierten von jenseits des Bug begannen eine neue Geschichte dieser Gebiete... .

Mirosław Szatarski

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